aktuelle Seite: Nachrichtenarchiv
  zurück zur Startseite

Winterweiße Pracht im Kyffhäuser

... da liegen Freud und Leid wie so oft im Leben dicht beieinander! Das anhaltende Winterwetter in unserer Region bietet nicht immer und überall einen freundlichen Anblick. In den Höhenlagen des Kyffhäusers haben Schnee und Eis den Bäumen teilweise arg zugesetzt. Schon zum Jahreswechsel setzte sich in den Höhenlagen ein dicker Eisbehang an die Bäume. Die Buchen, an denen noch die Hüllen der reichlichen Bucheckerernte des vergangenen Herbstes hängen, tragen eine schwere Last. Große Äste brechen herunter. Birken hängen wie Bogenlampen bis zur Erde. Nadelbäume kleiden sich mit der weißen Pracht. Besonders betroffen ist wieder einmal der Wald entlang der Bundesstraße B 85. Hier gab es reichlich Bruch, der von den Mitarbeiter des Staatsforstes und beauftragten Firmen in den vergangenen Tagen beseitigt wurde. Harvester und Rückefahrzeuge waren selbst am Wochenende unterwegs. Überwiegend wurden die notwendigen Arbeiten sensibel durchgeführt. Lediglich die Innenkurve am Ententeich erweckt den leisen Eindruck, dass hier gleichzeitig eine großzügige Auslichtung zugunsten der Sicht der Autofahrer erfolgte. Winter im Kyffhäuser - im Moment nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören. Der Wanderer erlebt immer wieder, dass in unmittelbarer Nähe Äste von den Bäumen brechen. Die Warnungen des Forstamts scheinen nicht ganz unbegründet. Vorsicht ist geboten. Schließlich soll es keinem so ergehen, wie den Leitplanken an der B 85.

zum Vergroessern-klicken!
Baumbruch am Straßenrand
 
zum Vergroessern-klicken!
zugeschneebäumte Haltestelle
am Fernsheturm
zum Vergroessern-klicken!
Baumbruch am Straßenrand
 
zum Vergroessern-klicken!
Eisklumpen an den Ästen
 
zum Vergroessern-klicken!
Innenkurve am Ententeich
 
zum Vergroessern-klicken!
Eisklumpenblätter
 
zum Vergroessern-klicken!
zugeschneebäumte Haltestelle
am Fernsheturm
zum Vergroessern-klicken!
Hängebirken
 
zum Vergroessern-klicken!
arbeitendes Rückefahrzeug
 
Was Bäume und Förster erzählen...

Am 5.und 6.Dezember 2008 fand in Bad Frankenhausen eine interessante Tagung statt, zu der der Thüringen Forst eingeladen hatte. "Forstwirtschaft und Naturschutz" war das Thema, mit dem das Forstamt Oldisleben sein Versprechen vom Frühjahr einlösen wollte - die Zusage an die Bürger von Bad Frankenhausen und der umliegenden Gemeinden, sie künftig besser über geplante Maßnahmen im Kyffhäuser zu informieren. Selbstverständlich fanden sich auch aktive Waldfreunde der Bürgerinitiative "Kyffhäuserwald" im Saal des Regionalmuseums ein. Wir alle können uns noch sehr gut an den letzten Winter erinnern, als kahle Hänge an der Bundesstraße, ein vollkommen zerpflügter Wanderweg 2 und weite Kahlflächen im Kyffhäuser massiven Bürgerprotest hervorgerufen hatten. Im April haben wir dann alle erleichtert aufgeatmet, als Dr. Thöne von der obersten Landesbehörde zur Bürgerversammlung verkündete, dass der Einschlag für diese Saison beendet wird. Und wer genau hingesehen hat, konnte auch an manchen Stellen das Gras über die Dinge wachsen sehen, das sich Forstamtsleiter Uli Klüßendorf damals so sehr gewünscht hat. Aber leider wächst nicht überall Gras. Auf den von schwerer Technik zerfahrenen Wegen wird teilweise noch über Jahre überhaupt nichts mehr wachsen. Zwar war unser Wald in diesem Sommer wieder grün, aber Gras kann keine 150-jährigen Buchen ersetzen. Trotzdem freuen wir uns, dass der Forst versucht, seinen Worten Taten folgen zu lassen: Es hat eine vorgezogene Bestandsaufnahme gegeben. Die Zahlen für den laufenden 10-Jahres-Plan wurden reduziert. 8 bis 10 Hektar Kahlfläche sollen in den nächsten 2 bis 3 Jahren aufgeforstet werden. (Das ist noch nicht wirklich viel!) Und es wird um eine Einigung zwischen Naturschutz und Waldnutzung - tja, man muss fast sagen - gerungen. Interessant war auch, zu hören, dass die Fachleute eine personelle Aufstockung im Forstamt Oldisleben empfehlen, da hier deutliche Pflegerückstände zu verzeichnen und diese durch die Zusammenlegung der Reviere nicht so leicht aufzuarbeiten seien. Die neue Einschlagsplanung klingt zwar insgesamt positiv, trotzdem mutet es seltsam an, wenn die Forstfachleute behaupten, die Forderungen des Naturschutzes nicht vollständig in ihrer Planung berücksichtigen zu können, weil Forst und Naturschutzbehörde die betroffenen Waldstücke mit unterschiedlichen Flurnummern kartiert haben und dem Forst die technischen Möglichkeiten fehlen, diese miteinander abzugleichen. Möge in den Büros bald der gleiche technische Fortschritt einziehen wie bei den großen Holzerntemaschinen in unserem Wald! Die geführte Waldwanderung am Sonnabend hatte trotz der unfreundlichen Wetterlage eine Reihe interessierter Bürger angelockt. Die Ausführungen des neuen Revierleiters Jens Bracke zu den ungünstigen Klimabedingungen für die Fichten in unserem Wald, die mehr als 700 mm Niederschlag im Jahr benötigen - hier bei uns seien es nicht mal 500 mm - zauberte dann doch ein breites Grinsen der Waldwanderer unter den Regenschirmen und Kapuzen hervor. Wolfgang Sauerbier und Jürgen Pusch von der Unteren Naturschutzbehörde bereicherten den Rundgang mit ihrem Wissen zur Artenvielfalt unserer Region. Aus dem Forstamt war zu hören, dass der Schwerpunkt der Holzernte in dieser Saison in der dringend notwendigen Durchforstung läge und die Frankenhäuser ein großes Interesse an dem dabei anfallenden Brennholz zeigten. Nach drei Stunden langte die Gruppe wieder am Parkplatz des Panoramamuseums an, nass und schlammig, aber um manch' Wissen reicher. Alles in allem eine gelungene Veranstaltung! Unser Altbuchenbestand hat in dieser Saison offensichtlich Schonzeit. Glaubt man den Ausführungen der Fachleute aus Gotha, dann könnte das auch in Zukunft stellenweise so bleiben. Und Jürgen Boddenberg von der Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei sprach uns aus dem Herzen, als er sagte, dass "die naturschutzfachlichen Standards jetzt auf die konsequente Umsetzung in die Praxis harren" - hoffentlich auch hier in unserem Kyffhäuserwald!

Am 04. August stürzte an der B 85 eine dicke Buche auf die Straße:

Wie in dieser Zeitung berichtet, hatte das Forstamt Oldisleben das zum Anlass genommen, die Untere Naturschutzbehörde, die Presse sowie die Bürgerinitiative „Kyffhäuserwald“ für den 07.08. zu einem Vor-Ort-Termin einzuladen, um die Öffentlichkeit frühzeitig vom Fällen weiterer Bäume an der B 85 zu informieren. Es ist erstaunlich, dass so viele Menschen dieser doch sehr kurzfristigen Einladung Folge leisten konnten. Oder gab es etwa unterschiedliche Versandtermine für die Einladung? Ein Schelm, wer Schlimmes dabei denkt! Hier wurde ganz offensichtlich nicht viel Wert auf die Anwesenheit der Bürgerinitiative gelegt – die Einladung wurde erst drei Stunden vor dem Termin von Forstamtsleiter U. Klüßendorf ausgesprochen.
Klarstellen möchte die Bürgerinitiative zum Sachverhalt Folgendes: Unser Protest richtete sich im Frühjahr nicht allein gegen die großflächige Abholzung an der B 85, sondern auch gegen den offensichtlichen Raubbau in vielen anderen Bereichen des Kyffhäusers. Es wurden flächenmäßig vielerorts zu viele alte Buchen und Eichen entnommen und damit die Naturschutz-, Vogelschutz- und FFH-Gebiete gesamtökologisch zum Teil entwertet. Es wurden schmale Wanderwege zu breiten Maschinentrassen ausgebaut und der Boden verdichtet. Es wurde Laubholz in solchen Mengen entnommen, dass die Flächen wie ein Kahlschlag wirken und die ökologisch bedeutsamen Altersstrukturen beseitigt, bzw. stark gestört sind.
Nun ist ein Baum auf die Straße gefallen – eine gesunde Buche. Fast ein willkommenes Geschenk! Und der Forst versucht den Eindruck zu vermitteln, dass sein Vorgehen im letzten Winter durchaus seine Berechtigung hatte. Eine erstaunliche Aussage angesichts des vollkommen überzogenen Holzeinschlags in der vergangenen Saison!
Erinnern wir uns an die Podiumsdiskussion am 08.04.2008 im Rathaus von Bad Frankenhausen. Hier war der Abteilungsleiter für Forst und Naturschutz, Dr. Thöne im ausdrücklichen Auftrag unseres Ministerpräsidenten Althaus zu Gast. Zu der Verkehrssicherungsmaßnahme an der B 85 sagte er: „Das, was dort gemacht worden ist, überschreitet in jeder Hinsicht die Intensitäten. Es war einfach über’n Durst. Das muss man sagen, daraus muss man lernen. ... wir müssen künftig dafür Sorge tragen, dass lediglich dem Gesichtspunkt der Verkehrssicherung Rechnung getragen wird und da sehr schonend mit umgegangen wird, mit dem Baumbestand rechts und links. Das sage ich Ihnen zu und das werden wir auch halten.“
Dass kein Vertreter der Bürgerinitiative am Vor-Ort-Termin anwesend war, ist keine Katastrophe.  Die Bürgerinitiative „Kyffhäuserwald“ ist keine Rettungsleitstelle, die 24 Stunden besetzt ist und jederzeit mit einem Einsatzwagen ausrücken kann und will. Wir gehen davon aus, dass der Forst auch ohne die Anwesenheit der Bürgerinitiative arbeitsfähig sein sollte und seinem gesetzlichen Auftrag der nachhaltigen Forstwirtschaft nachkommen kann.  Eine Katastrophe ist eher, dass Versprechen und Zusagen so wenig ernst genommen werden, dass sie bereits wenige Monate später in Vergessenheit zu geraten drohen.
DASS Verkehrssicherung notwendig ist – das ist selbstverständlich auch der  Bevölkerung und der Bürgerinitiative klar.  Aber WIE sie durchgeführt wird, da scheiden sich offensichtlich die Geister. Und da muss vielleicht daran erinnert werden, dass Dr. Thöne im April sagte: „ Und ich verspreche Ihnen, dass wir hier mit besonderer Sensibilität eben auch darauf achten werden, wie die Maßnahmen im Kyffhäuser in den nächsten Jahren ablaufen.“ Wir sind jedenfalls sehr gespannt auf die angekündigten Holzeinschläge an der B85, die – so U. Klüßendorf – „das Landschaftsbild weiter verändern werden“.

02.07.Forst trifft Bürgerinitiative  (von  M.Uthleb)

Auf Einladung des Forstes trafen sich dessen Vertreter, Herr Dr. A. Niephagen, R. Brümmel und Forstamtsleiter U. Klüßendorf am 2. Juli gegen 16.30 Uhr mit sechs Vertretern der Bürgerinitiative am Ratsfeld. Es stand noch eine Begehung / Bereisung des Kyffhäusers aus, um den Zustand der Wege nach den durchgeführten Pflege- und Instandsetzungsarbeiten zu begutachten. Außerdem sollten die offenen Punkte unserer Forderungsliste, die wir der Forstinspektion mit Schreiben vom 05.06.2008 mitgeteilt hatten, besprochen werden.
Die Mitarbeiter des Forstes führten uns zunächst zum Gietenkopf und den unteren Steinweg. Die Wanderwege sind wieder in Ordnung. Bei dieser Gelegenheit bekamen wir auch eine kurze Schulung bezüglich Borkenkäfer, der wieder massiv in die Fichtenbestände des Kyffhäuserwaldes eingefallen ist. Nun wissen wir wie ein solcher Käfer aussieht und wie sich der Befall der Nadelbäume äußert.  Leider wird in diesem Jahr wegen der trockenen Witterung mit noch stärkerem Befall und damit verbunden noch größeren Kahlschlägen zu rechnen sein als 2007. Auf Anregung der BI ging es noch zur Köhlerwiese. Auf dem Weg dorthin, hielten wir kurz an und Herr Klüßendorf zeigte uns einen Baum namens Speierling. Dieser dürfte mit ca. 200 Jahren der älteste seiner Art hier sein und kommt im Kyffhäuserwald 14 mal vor.
Die Wege rund um die Köhlerwiese sehen alles andere als einladend für hiesige Wanderer und Touristen aus. Das sahen auch die Forstmitarbeiter so und versprachen die Schäden zu beheben. Nichts spricht dagegen, nach der Baumernte Kronenholz liegen zu lassen. Aus Sicht des Naturschutzes ist Totholz sehr wertvoll als Lebensraum, aber es muss nicht auf den Wegen und nicht so chaotisch herumliegen.
Ab der Brutzeit wird im Kyffhäuser aber die Brennholzwerbung aus verständlichen Gründen nicht genehmigt. Deshalb werden diese Flächen erst im Herbst in Ordnung gebracht.
Zum Abschluss unserer zweieinhalbstündigen gemeinsamen Besichtigung sahen wir uns eine Rückgasse oberhalb der B 85 an, in der vor 2 Jahren mit dem Harvester gearbeitet wurde und die als solche kaum noch zu erkennen war. Uns wurde recht ausführlich die Arbeitsweise der Harvester und Forwarder erklärt und dass beim Einsatz dieser Maschinen nicht immer eine Bodenverdichtung die Folge ist. Ausschlaggebend für eine sensible und bodenschonende Holzentnahme ist lt. R. Brümmel nicht die schwere Technik an sich, sondern die Arbeitsweise der Revierleiter und Maschinenführer.
Da leider durch den starken Borkenkäferbefall auch im Sommer geerntet werden muss, aber nur befallene Nadelbäume, wurde der BI versprochen, zeitnah den Harvester beim Einsatz beobachten zu können.

06.05.2008 1. Arbeitsgespräch der Bürgerinitiative mit Dr. Niepagen (Forstinspektion Nordthüringen), Herrn Klüßendorf (Forstamtsleiter Oldisleben) und Herrn Sauerbier (Leiter der Unteren Naturschutzbehörde) am 27.4.2008 sowie Begehung am Gietenkopf am 05.05.2008

Das erste der geplanten Arbeitsgespräche zwischen Thüringenforst und Bürgerinitiative fand am 27.4.2008 in offener Atmosphäre statt. Seitens des Forstes wurden über die Straßensicherungsmaßnahme an der B85 hinaus Fehler bei der diesjährigen Baumernte eingeräumt – so sei auch im Ziegelhüttental zuviel Altholz entnommen worden. Kein Einzelphänomen, so die Forstbeamten - auch in anderen Forstämtern wurde bei Zwischen- revisionen festgestellt, dass teilweise zuviel Holz auf zu wenig Fläche entnommen wurde. Entsprechende Gegenmaßnahmen wurden seitens der Forstverwaltung ergriffen. Laut Planung dürften nie mehr als 1/3 des Bestandes einer begrenzten Fläche geerntet werden. Die letzte Inventur ist im Kyffhäuserwald ordentlich und auch direkt vor Ort erfolgt. Laut Niepagen sei aber die Höhe des Planungsansatzes im nächsten Jahr zu hinterfragen. Wir können also auf niedrigere Einschlagsquoten hoffen! Ebenso sagte Klüßendorf zu, dass in der nächsten Saison auf Grund unserer Proteste kein Altholz angefasst wird – die kommende Zwischenrevision wird dann dieses Thema neu aufgreifen und genau prüfen. Derzeit läuft zudem auch ein landesweit aufgelegtes Schulungsprogramm für Forstmitarbeiter, in das nun auch die Erfahrungen des Kyffhäuserwaldes und unsere Kritik als Bürgerinitiative mit einfließen werden. Was die Verbrennung von Holz in Bischofferode angeht, konnten wir in Erfahrung bringen, dass nur 2-3% der Ernte zur Energieerzeugung verwendet werden, wobei es sich hierbei ausschließlich um minderwertiges Holz und Abfälle handelt. Auch gegen eine Nachtabfuhr des Holzes gäbe es keine rationalen Einwände, wie Sauerbier bestätigte. Die ebenfalls im Schussfeld der Kritik stehende Seilkranrücketechnik an steilen Hängen sei international als sehr waldschonende Methode anerkannt, da durch sie Bodenverdichtung verhindert und dadurch Naturverjüngung auf den Rückelinien gefördert wird. Die Vorgaben für die Rückelinien belaufen sich auf eine Breite von 5m mit einem Abstand von 20-30m. Die Nichteinhaltung dieser Abstände am Gietenkopf erklärt sich durch die Kegelform des Berges – dort sind die Abstände am oberen Ende enger, im unteren Bereich dann weiter. Bei der Begehung am Gietenkopf wurde weiterhin seitens des Forstes  versprochen, dass die jetzigen Maschinenwege in absehbarer Zeit wieder auf die ursprüngliche Breite der Wanderwege zurückgebaut werden. Herr Sauerbier bestätigte zudem, dass durch entsprechende Maßnahmen beim Rückbau neue Biotope für Kleinlebewesen und Pflanzen geschaffen werden können, wobei Klüßendorf zusagte, dass die entsprechenden Vorschläge berücksichtigt werden. Die zweistündige Waldbegehung reichte allerdings nicht aus, um alle offenen Fragen zu beantworten. Es wird also ein weiteres Treffen geben, an dem auch die Untere Naturschutzbehörde wieder beteiligt sein wird.

17.04.2008 - uiuiui...

...da scheinen sich ja die Termine in unserer Landesregierung zu überschlagen - datiert vom 9.4. bekommen wir einen Brief, dass Dr.Thöne und Herr Gebhardt an unserer Podiumsdiskussion am 8.4. teilnehmen und nun noch ein Brief vom 11.4. (mit ziemlich langer Postlaufzeit), der uns dann eine Stellungnahme aus dem Landwirtschaftsministerium angekündigt, die doch eigentlich schon längst am 8.4. geschehen ist. Fast hat man das Gefühl, dass die Einen nicht so richtig wissen, was die anderen tun/getan haben. Aber egal - Hauptsache ist das bisher Erreichte - der Amtsschimmel darf ruhig ein wenig dazu wiehern. Auch der TA-Leserbrief vom 17.04. ist sicherlich ehrlich gemeint, übersieht aber ein wenig die Ereignisse der letzten Woche. Inwieweit uns jetzt die Veröffentlichung von wiederholt Gesagtem und inziwschen auch in Erfurt Gehörtem weiterbringt, bleibt fraglich.

09.04.2008 Holzeinschlag vorzeitig gestoppt...

...das ist eine von mehreren erfreulichen Botschaften, die am 08.04. aus dem Landwirtschaftsministerium Thüringen kamen. Entgegen unserer Erwartungen hat sich nun endlich das Land aufgerafft und uns erstgenommen. Eine hochrangige Delegation von Vertretern des Landwirtschaftsministeriums und des Landesverwaltungsamtes (Obere Naturschutzbehörde), Vertreter verschiedener Forsteinrichtungen, der Sprecher des Umweltausschusses beim Thüringer Landtag, Vertreter des BUND (Thüringen und Bund), Vertreter des Straßenbauamtes, Bürgermeister, Landtagsabgeordnete und Mitglieder von Vogelschutz- und Naturschutzinitiativen versammelten sich nachmittags im Wald und waren abends gemeinsam mit über 200 Interessierten Gästen anwesend bei einer von der Bürgerinitiative organisierten Podiumsdiskussion, zu der Landrat Peter Hengstermann und die Bürgerinitiative eingeladen hatten. Begleitung gab es seitens des Fernsehens (MDR - Thüringen-Journal) und des Rundfunks (MDR-Thüringen) sowie verschiedener Pressevertreter. Die Vielzahl der gemachten Aus- und Zusagen sind auf der Startseite kurz (ohne Gewähr auf Vollständigkeit) zusammengefasst, müssen aber erst noch genau aus den Protokollen gesichtet werden. Derweil verweisen wir auf die öffentlichen Verlautbarungen in Presse, Fernsehen und Rundfunk, die wir unter "Medien/Briefe" einstellen.     
                 
02.04.2008 Nette Menschen ...

...,denen werden wir was Nettes schreiben, mag man wohl im Ministerium gedacht haben,  als man unserem Ministerpräsidenten den Briefentwurf vorlegte (> Medien/Briefe -  Brief 27.03.) und der hat ihn auch so  unterschrieben. Ob sich unser Landesvater dabei wohl Gedanken gemacht hat? Wenn ja - hat er dann unsere Briefe überhaupt gelesen oder einem Sachbearbeiter weitergereicht. Wie unkonkret und unserer Meinung nach auch noch falsch kann man eigentlich auf ein sauber und fachliches formuliertes Anliegen antworten? Am besten selbst nachlesen. Unsere Antwort nach Erfurt folgt natürlich. (> Medien/Briefe > Brief vom 03.04. Antwort auf die Antwort des Ministerpräsidenten)  

16.03.2008 - Waldbegehung mit BUND und Forstamt

Eine gute Sache - so das einhellige Urteil unsererseits - diese Begehung gemacht zu haben. Denn dank der beteiligten Fachleute Dr.Burkhard Vogel (Geschäftsführer des BUND Thüringen), Laszlo Maraz (Sprecher des Bundesarbeitskreises Wald beim BUND), Rainer Gerber (Diplombiologe und Baumschadensbegutachter) sowie Uli Klüßendorf (Leiter des Staatlichen Forstamtes Oldisleben) konnte ein konstruktiver fachlicher Austausch vor Ort stattfinden, was die Gemüter beiderseits etwas beruhigte und uns einen enormen Zuwachs an Fachwissen verschaffte. Neben dem Kahlschlag an der B85 wurden die Auswirkungen der Holzeinschlagsmaßnahmen an verschiedenen anderen Orten im Kyffhäuser bewertet. Dabei ergab sich insgesamt für die Fachleute des BUND der Eindruck, dass unser Wald im Vergleich zu anderen Forsten noch relativ gut da steht. Dennoch, so räumte auch Forstamtsleiter Klüßendorf ein, seien die verantwortlichen Revierförster nicht immer mit der notwendigen Sensibilität vorgegangen. Als Grund dafür vermutet der BUND nicht zuletzt den wirtschaftlichen Druck, der seitens der Landesregierung auch auf schutzwürdige Gebiete ausgeübt wird. Durch fehlende Managementpläne für die ausgewiesenen FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat) gibt es keine geltenden Regelungen zum Schutz der alten Buchen- und Eichenbestände. Damit kommt das Land Thüringen seiner Verpflichtung gemäß geltendem EU-Recht, solche Pläne zu erstellen, bisher nicht nach. Die Festlegung der Einschlagsquoten wird derzeit nur rein wirtschaftlich bestimmt. Nach Aussage von Klüßendorf gelten zwar für Naturschutzgebiete im Kyffhäuser geringere Quoten (4 Festmeter/ha/Jahr) gegenüber dem reinen Wirtschaftswald (6 Festmeter/ha/Jahr), die aber nach Einschätzung der Fachleute vom BUND immer noch zu hoch sind, um wertvolle Altbestände zu sichern. Zur Erreichung der Planzahlen fallen zu viele wertvolle alte Buchen und Eichen dem Holzeinschlag zum Opfer. Zudem werden, um Rückekosten (Fällen und Transport der Bäume) zu optimieren, zu viele Bäume auf einer zusammenhängenden Fläche entnommen, was dazu führt, dass der natürliche Nachwuchs zu wenig beschattet und damit sein Wachsen deutlich verlangsamt wird. Beim Blick auf die diversen Kahlflächen, konnten wir in Erfahrung bringen, dass diese teilweise durch Borkenkäferbefall (Fichtenkahlschläge) nötig waren, teilweise für uns noch unsichtbar bereits mit Laubwald wieder aufgeforstet wurden, teilweise jedoch auch entgegen geltenden Bestimmungen und ohne Notwendigkeit geschaffen wurden. Ein fahrlässiger Verstoß gegen das Naturschutzgesetz begegnete uns im Ziegelhüttental beim Fund eines Baumes, der eine Spechtshöhle enthielt und deshalb eindeutig nicht hätte gefällt werden dürfen. Weitere interessante Details zum naturnahen Waldbau, Baummarkierungen etc. sind demnächst hier unter >Info/Links zu lesen. Im Ergebnis der Begehung ist uns bewusst geworden, dass unsere Forderungen verstärkt an die Adresse der Landesregierung zu richten sind. Dr. Burkhard Vogel und Laszlo Maraz sagten uns zu, das Kyffhäuserproblem, welches bundesweit keinen Einzelfall darstellt, auch auf Landes- und Bundesebene deutlich und mit Nachdruck zu thematisieren. "Eigentlich können Sie froh über die Bürgerinitiative sein", so Laszlo Maraz abschließend gegenüber Uli Klüßendorf. So könne dem Ziel der naturnahen Waldwirtschaft, welches grundsätzlich auch vom Forstamt verfolgt wird, auf anderer Ebene Nachdruck verliehen werden.                 

12.03. "Ich warte darauf, dass alles wieder grün wird und die Massen sich etwas beruhigen"
             (U.Klüßendorf, Forstamtsleiter, zitiert nach TA 11.03.2008 > Veröffentlichungen) 

So so, lieber Herr Klüßendorf, sie warten also. Keine Angst, sicher wird Gras über den geschundenen Waldboden wachsen und ganz sicher wird es grün werden im Wald - auf manchen Flächen eben dann nur noch 30 cm hoch. In dieser Hnisicht können wir sie zwar beruhigen, nicht aber im Blick auf unsere eigene Beunruhigung. Leider fehlt uns jene Gelassenheit, mit der manche unserer Zeitgenossen die Zerstörung der Natur betrachten. Also hoffen sie nicht allzusehr auf das Trägheitsphänomen der "grauen Masse", die wir nicht sind. Bäume mag man derzeit in Thüringen ungehemmt fällen können, menschliche Gemüter nicht. Schön wäre es für sie und uns, Herr Klüßendorf, wenn sie die Gabe des Warten-Könnens auf die derzeitigen Ernte-Aktivitäten des Forstamtes ausdehnen könnten, wobei wir natürlich wissen, dass sie höheren Zwängen ausgesetzt sind, die ebenso wie wir nicht warten können. In diesem Sinne - warten wir also mal ab, ob Gras über die Sache wächst oder der Wille stärker ist, dass unsere Bäume in angemessenem Maße weiter wachsen dürfen.                                                                                                                                      M.B. 

10.03. Aus Beobachtungen am vergangenen Wochenende:

"fernsehturm -> kaiserweg -> kirchenratskopf -> ententeich -> fernsehturm
insbesondere ist bereits der ganze kirchenratskopf  markiert (fast jeder 2. baum !) .auf den kirchenratskopf  kann man direkt vom kyffhäuserdenkmal draufschauen .
am ende waren wir dann noch überrascht , dass man selbst direkt hinterm fernsehturm "die säge" anlegt ...
summe von wochenende :
- bisher hat sich niemand beindrucken lassen vom protest oder bürgerwillen
- es wurde fleissig weiter markiert , trassiert und gesägt (inkl. gestern zum sonnabend ... falls da jemand  
   meint , da passiert nix mehr !)
- also herr landrat , herr althaus , forstamt & behörde xyz !?"   (Quelle: einer von uns)




























Gestaltung und Pflege: M.Bickelhaupt/L.Pabel